INTEGRAL WORLD: EXPLORING THEORIES OF EVERYTHING
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Jeff MeyerhoffJeff Meyerhoff ist ein unabhängiger Gelehrter, der Philosophie, Politik, Mystizismus und Psychologie studiert. Er benützt Achtsamkeit und Psychoanalyse zur Selbstentwicklung. Er arbeitet als Sozialarbeiter mit Geistigbehinderten, sucht jedoch nach neuen Möglichkeiten einer Karriere. Er ist der Autor von Unverhüllter Ehrgeiz: Eine Kritik von Ken Wilbers Theorie von Allem, veröffentlicht bei Integral World. Sein Weblog kann gefunden werden bei philosophyautobiography.blogspot.com. Email at jefriv@comcast.net.


INHALTSVERZEICHNIS

Individuelles Bewusstsein

Unverhüllter Ehrgeiz, Kapitel 2

Jeff Meyerhoff

Einleitung

Von allen Gebieten, die Wilber untersucht, ist er am sachkundigsten beim individuellen Bewusstsein. Eine Evolution in seinem Denken hat diese Theorie des Bewusstseins zum nützlichsten beschreibenden Teil seiner gesamten integralen Synthese gemacht. Dies schuldet seiner ausgiebigen Forschung auf diesem Gebiet, seinem Gebrauch der gegenwärtigen Gelehrsamkeit und seinen Antworten auf die Kritik, die seine Theorie des Bewusstseins erhalten hat. Diese Verbesserung in seiner Theorie kommt jedoch mit einem Preis einher, weil die Evolution in seinem Denken durch einen nicht-angenommenen Widerspruch motiviert wird. Dieser Widerspruch ist eine Manifestation eines weiteren Widerspruchs in Wilbers Denken, den er auszugleichen versucht. Hier erscheint er als eine Spannung zwischen einem vereinten, zielgerichteten Entwicklungsmodell und einem ungleichen, halb-unabhängigen Modell, das ,,keine übergreifende lineare Folge welcher Art auch immer hat."[1] Das Kapitel besteht aus einer Übersicht seines Modells, einer Untersuchung der Wissenschaft, die zu seiner Validierung benützt wird und einer Bewertung seiner Gültigkeit.

Das Modell

Wilbers Bewusstseinstheorie ist eine Entwicklungstheorie. Das bedeutet, dass das individuelle Bewusstsein, sobald es sich normal entfaltet, in progressiven qualitativen Schüben anwächst. Die drei Hauptbestandteile des Bewusstseins in Wilbers Modell sind: die grundlegenden Wellen oder Ebenen der Entwicklung; die Entwicklungslinien oder -ströme; und das Selbstsystem. Die grundlegenden Wellen oder Ebenen sind Bewusstseins-Strukturen, die sich in einer altersbezogenen, unumkehrbaren Ordnung entfalten und allmählich die notwendigen Bedingungen für die ganze bewusste Erfahrung bilden. Während sich die Entwicklung entfaltet, wird jede frühere Ebene verdrängt und in einem durch die höhere Ebene organisierten neuen Ganzen verkörpert. Eine kurze Zusammenfassung der Basisebenen wird ein Gefühl für sie bereitstellen. Als Säuglinge beginnen wir auf der sensomotorischen Ebene. Unser Bewusstsein ist ungeformt und wir sind sehr stark ein physisches im Gegensatz zu einem mentalen Wesen. Unsere Hauptaufgabe ist ,,das körperliche Selbst von der physischen Umgebung zu differenzieren.”[2] Der Säugling ist am offenkundigsten ein fühlendes Wesen. Die emotional-sexuelle Ebene baut sich auf und inkorporiert die sensomotorische Ebene, sowie der Säugling jetzt versucht, ,,seine Gefühle zu differenzierenvon den Gefühlen anderer.”[3] Als nächstes inkorporiert der darstellende Verstand die früheren Stufen einschließlich der unausgeformten mentalen Bilder des Kleinkindes. ,,Der rep oder preop Verstand kann Symbole bilden und damit nicht nur Dinge sondern auch Klassen repräsentieren, er kann jedoch noch nicht mit jenen Repräsentationen arbeiten oder sie koordinieren. ”[4] Das Arbeiten mit mentalen Repräsentationen erfordert die Inkorporation von Regeln und Rollen, so dass der Verstand Operationen auf den Repräsentationen ausführen kann. Dieser Regel/Rollen-Verstand bearbeitet die Welt, ihm fehlt jedoch noch die Fähigkeit, über sich selbst nachzudenken oder ,,das Denken über das Denken."[5] Mit der Ankunft des formal- reflexiven Verstands kann das Individuum sich Möglichkeiten vorstellen und über das Denken nachdenken. Diese Ebenen repräsentieren die erste Hälfte von Wilbers Entwicklungs-Spektrum. Die höheren Bewusstseins-Ebenen werden in späteren Kapiteln diskutiert.

Diese grundlegenden Bewusstseinsebenen manifestieren sich auf verschiedene Weisen. Der Verstand hat viele unterschiedliche Entwicklungslinien so wie Wahrnehmung, Moral, Affekt, Wille, Ästhetik und zwischenmenschliche Fähigkeiten, um nur wenige zu benennen. Die Grundebenen verschaffen notwendige, aber nicht ausreichende Bedingungen für die Entwicklung der verschiedenen Linien. Man kann zum Beispiel auf der Ebene des Regel/Rollen-Geistes stehen, doch auf Grund von schädlichen Umwelteinflüssen benimmt man sich mit einem primitiven Typ von Moral. Während die notwendige Bewusstseinsebene präsent ist, sind die ausreichenden Bedingungen für eine fortgeschrittene Moral nicht vorhanden. Jede Linie folgt dann einem halb-unabhängigen Entwicklungspfad. Man kann zum Beispiel spirituell gut entwickelt, in mäßiger Weise zwischenmenschlich und schlecht moralisch entwickelt sein, abhängig von natürlichen Talenten und Umwelteinflüssen. T. S. Eliot war gut fortgeschritten auf einer künstlerischen Entwicklungslinie und dennoch behielt er einen moralisch zurückgebliebenen Antisemitismus bei. Ein spiritueller Lehrer könnte höchst fortgeschritten auf einer spirituellen Linie sein und in seinen sexuellen Beziehungen unmoralisch handeln. Jede unserer vielen Entwicklungslinien könnte hinsichtlich ihrer Entwicklungsebene abgebildet werden, dabei haben nicht zwei Menschen identische psychische Landkarten.

Die grundlegenden Entwicklungsebenen sind andauernde Strukturen im Gegensatz zu den Übergangsstrukturen, die die Entwicklungslinien bilden. Die Grundebenen entwickeln sich auf eine anhäufende Weise gemäß der universellen Entwicklungsfolge des Übersteigens und Einbeziehens früherer Ebenen. Die Fähigkeiten, die wir auf früheren Ebenen entwickeln, sind innerhalb der kürzlich erwachten höheren Entwicklungsebene. Im Gegensatz dazu werden Entwicklungslinien aus vorübergehenden Strukturen gebildet, die überstiegen werden, wenn eine neue höhere Struktur zur Verfügung steht. Wilber bietet den Vergleich zwischen Piagets und Kohlbergs Entwicklungsfolgen an. Zum Beispiel verschwindet Piagets Ebene der sensomotorischen Entwicklung nicht auf höheren Ebenen, ansonsten hätten wir nicht die Grundfähigkeiten im Umgang mit Materie, Gefühl und Wahrnehmung, die wir durch jene Ebene entwickeln. Umgekehrt handeln wir nicht gleichzeitig aus der präkonventionellen Moralebene, die wir bereits überschritten haben, sobald wir Kohlbergs konventionelle Entwicklungsebene auf unserer moralischen Linie erreichen.

Der dritte Teil des Bewusstseins ist das Selbstsystem. Es gibt viele Teile des Selbstsystems. Die beiden Hauptbestandteile sind das nächste Selbst und das ferne Selbst. Das nächste Selbst ist unser subjektives Selbstgefühl, unser Gefühl von ,,Ich". Das ferne Selbst ist unser Selbst als ein Objekt. Sobald wir unseren Körper als ein Objekt unsererselbst betrachten, betrachtet unser nächstes Selbst unser fernes Selbst. Welche Teile von uns nah und fern sind, das verhält sich wechselnd. Sobald wir durch Meditation damit beginnen, unsere eigenen Gedanken nicht als Ich zu betrachten, während wir früher bloß dachten, wir wären unsere Gedanken, haben wir innerhalb unseres übergreifenden Selbst das nächste mit dem fernen umgewechselt. Unser übergreifendes Selbst ist die Kombination des nächsten, fernen und größeren, immer gegenwärtigen Zeugenselbst, das in jedem von uns koexistiert. Wie bei der gesamten Entwicklung ,,zeigt das übergreifende Ich nicht eine turnusmäßige oder stufenweise Entwicklung."[6] Allerdings sagt Wilber merkwürdigerweise, dass das nächste Selbst tatsächlich eine stufenweise Entwicklung aufzeigt, während es durch die grundlegenden Entwicklungsebenen steuert. ,,Jedesmal wenn das Selbst (das nächste Selbst) eine neue Ebene antrifft... identifiziert es sich mit ihr und befestigt sie; dann desidentifiziert es sich mit ihr (transzendiert sie, lagert sie aus), und dann schließt es sie ein und integriert sie von der nächsthöheren Ebene aus. Mit anderen Worten: das Selbst geht durch einen Drehpunkt (oder Wendepunkt) seiner eigenen Entwicklung.”[7] Wenn ein Teil des nächsten Selbst sich nicht von der bestimmten Entwicklungslinie abtrennt, mit der es identifiziert wird, dann kann es dort festgefahren werden und - was Wilber eine Unterpersönlichkeit nennt - bilden. ,,Jede dieser Unterpersönlichkeiten kann auf einer unterschiedlichen Entwicklungsebene in irgendeiner dieser Linien stehen...eine Person kann daher Facetten seines oder ihres Bewusstseins auf vielen unterschiedlichen Ebenen haben von Moral, Weltanschauungen, Verteidigungen, Pathologien, Bedürfnissen und so weiter..”[8]

Diese Zusammenfassung von Wilbers Bewusstseinstheorie konzentriert sich auf Themen, die sich auf meine Diskussion seines Modells später in dem Kapitel beziehen. Das Modell schuldet zentral Dank dem Entwicklungsmodell von Jean Piaget, obschon Wilber eine Auswahl an wissenschaftlichen Quellen benützt einschließlich Lawrence Kohlberg und die Arbeit von kulturübergreifenden Psychologen. Da Wilber viel den wissenschaftlichen Konsens zum Stützen seines Modells verwendet, werde ich jetzt die Stärke dieses Stützens in der psychologischen Literatur untersuchen.

Die Wissenschaft

Wilber präsentiert sein Modell, als ob der Konsens der wissenschaftlichen Meinung es unterstützte, das ist jedoch nicht der Fall. Indem ich seine Quellen zurückverfolge, in ihnen entdecke, was Wilber nicht erwähnt und die von ihm benützten Disziplinen vollständiger untersuche, werde ich zeigen, dass Wilbers Version der individuellen Entwicklung keine gültige Verallgemeinerung der wissenschaftlichen Forschungsergebnisse ist.

Um sein Modell zu bestätigen, übertreibt Wilber die Ebene der Zustimmung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft im Hinblick auf die von ihm aufgestellten Forderungen. Er spricht davon, ,,orientierende Verallgemeinerungen" zu benützen oder das ,,bereits akzeptierte" Wissen in den Wissenschaften. Er äußert Stellungnahmen wie ,,die Beweislage ist geradezu einstimmig"[9] und ,,die existierende Forschung zusammenfassend"[10] und vermittelt dem Leser den Eindruck, dass er das ,,einfache aber handfeste" Wissen der Psychologie ausgelesen hat. Als ich jedoch zu seinen Quellen zurückgegangen bin und andere untersucht habe, habe ich eine Menge anhaltender Meinungsverschiedenheiten über Wilbers ,,bereits akzeptiertes" Wissen gefunden.

Robert Siegler, ein sehr bekannter Entwicklungspsychologe, hat seinen eigenen Ansatz für die kognitive Entwicklung formuliert, zum Teil weil die ,,neo-Piagetischen, auf Theorie basierenden und die Ansätze der Datenverarbeitung", die heutzutage geläufig sind, ,,sich bei einer großen Datenmenge als widersprüchlich erwiesen haben."[11] Er bemerkt, dass

es keine vorherrschende Theorie der kognitiven Entwicklung gibt. Die Beschränkungen der Haupttheorien auf dem Gebiet - Piagetisch, neo-Piagetisch, Vygotskianisch, Datenverarbeitung, soziales Lernen, ethologisch und neo-nativistisch - sind hinreichend ausführlich und es ist offensichtlich, dass keine von ihnen das Festhalten an etwas wie einer Mehrheit der Forscher hat. Mit großer Wahrscheinlichkeit sieht sich die größte Anzahl der Entwicklungsforscher als aus verschiedenen Quellen schöpfend an, indem sie Konzepte von vielen Theorie ausborgen, jedoch sich nicht völlig wohlfühlen bei irgendeiner von ihnen.[12]

Siegler konstruiert ein Modell, das Ebenen und Wellen abschafft und sich stattdessen auf Strategieauswahlen von Individuen konzentriert.

1991 veröffentlichten Michael Chandler und Michael Chapman Kriterien für Kompetenz. Sie führten ihre Schriftensammlung in der Entwicklungs-Psychologie mit einem Überblick über das Feld ein. Sie schreiben:

,,Jede Welle hereinkommender Forschung liefert ein neues Treibgut von zunehmend unterschiedlichen Forderungen um fast jeden Entwicklungsabschnitt, den man tunlichst erwähnen sollte. Zum Beispiel können neuere Beweise gefunden werden, die anzeigen, dass Kinder in der Lage sind zu reflektieren oder zu deduzieren oder sich bewusst verhalten irgendwo zwischen dem Alter von 5 Monaten und 15 Jahren, abhängig von welchem Fachmann, den man zufällig liest."
,,Offenbar fehlt etwas ernstlich. Wie kann denn Forschung bei Fragen, die so grundsätzlich sind wie: wann erwerben Personen erstmalig einen Selbstsinn oder lernen logisch zu denken sich vorübergehend auf Antworten einlassen, die dem Anschein nach so weit auseinander liegen? Wie kann das sein, dass Experten, die an solchen radikal unterschiedlichen Ansichten festhalten, so ruhig erscheinen angesichts dieser gleichen Unterschiedlichkeit der Meinungen? Wo ist die kollektive Verlegenheit, die man vernünftigerweise erwarten müsste angesichts eines so umfassenden Missverständnisses?"
,,...das Problem scheint zunehmend schlechter denn besser zu werden."[13]

Alison Gopnik und Andrew Meltzoff schreiben in Wörter, Gedanken und Theorien von 1997:

In der Folge des Zusammenbruchs der Theorie Piagets ist die kognitive Entwicklung ein bisschen von einer Pfuscharbeit geworden, mit Fasttheorien, Halbtheorien, Pseudo-Theorien und Theorie-Fragmenten, die alle im soziologischen Äther umherdriften.[14]
Die neuere empirische Arbeit bei der Säuglingsphase und der frühen Kindheit hat geführt...zu der Zurückweisung der zentralen Grundsätze von Piagets Theorie: kognitive Entwicklung hängt nicht vom Handeln ab, es gibt komplexe Repräsentationen bei der Geburt, es gibt keine weitreichenden Stufenwechsel für alle Bereiche, kleine Kinder sind nicht immer egozentrisch und so weiter. [15]

Hinsichtlich der moralischen Entwicklung sagt Wilber, dass ,,Kohlberg in der Lage war, ein Sechs-Stufen-Schema der moralischen Entwicklung vorzuschlagen, ein Schema, das die Forschung bisher als unveränderbar und universell befunden hat."[16] Dennoch kündigen die vier mit Kohlberg einverstandenen Gelehrten, die bei einem ,,neo-Kohlbergschen Ansatz" zusammenarbeiteten an, ,,den zahlreichen Hinweisen in der akademischen Literatur, dass Kohlbergs Ansatz so grundsätzlich falsch durchdacht und fehlerhaft ist, dass Moral-Forscher besser daran tun, von neuem zu beginnen" zu widersprechen.”[17] Während sie mit dieser Beurteilung nicht übereinstimmen, bemerken sie, dass ,,einige Kritiker seine Arbeit als veraltet, nicht mehr zu reparieren und fehlerhaft ansehen, um überhaupt von jemandem ernst genommen zu werden."[18] Nachdem sie die Probleme mit Kohlbergs Treppenstufen - Modell und seinen Interview-Techniken anerkannt hatten, bemerken sie und begegnen direkt Wilbers Behauptung oben, dass

Kohlberg die Stufe 6 von seinem Punkte erzielenden System eliminierte wegen des Mangels an empirischen Fällen für das Denken von Stufe 6. Darüber hinaus gibt es wenig Beweise für die bewertende Stufe 5 in Kohlbergschen Studien aus der gesamten Welt (Snarey, 1985). Gibbs (1979) - ein Mitentwickler des Bewertungssystems - hat sogar vorgeschlagen, dass die wahren Piagetschen Stufen des moralischen Urteilens auf Stufe 4 beendet sind. Der Mangel an empirischen Daten für die Stufen 5 und 6 - post-konventionelles Denken - ist ein ernsthaftes Problem für Kohlbergs Unternehmen, weil er die Stufen aus der Perspektive der höheren Stufen definierte. Die Ernsthaftigkeit dieses Problems wird unterstrichen durch die Tatsache, dass buchstäblich jeder Kritiker in dem Buch Lawrence Kohlberg: Konsens und Kontroverse (Modgil & Modgil, 1986) meint, dass die Abwesenheit der Stufen 5 und 6 ein fataler Mangel ist.[19]

Wilber zitiert wirklich legitime Quellen, um seinen Glauben an Kohlbergs Modell zu bestätigen, aber er versäumt es, seine Leser über andere Quellen zu informieren, die die gegenteilige Ansicht bestätigen, dabei belässt er den Leser bei dem Eindruck, dass seine Sicht der Konsens in dem Forschungsfeld sei.

Es sind nicht nur alternative Quellen, die zitiert werden können, um Wilbers Behauptung von wissenschaftlichem Konsens zu widersprechen, wenn seine eigenen Quellen genau untersucht werden, liefern sie ein unterschiedliches Bild ab als das von ihm präsentierte.

Wilber benennt jetzt die Grundebenen der Entwicklung Wellen und die Entwicklungs-Linien Ströme, indem er dem Gebrauch von Howard Gardner et al in ihrem Artikel von 1990 folgt. Er zitiert und führt diesen Artikel etliche Male als Beweis für seine Forderungen für die Universalität der Grundebenen an. Und die Teile des Artikels, die Wilber zitiert, unterstützen seine Behauptungen wirklich, die Zitate sind jedoch sorgfältig ausgewählt und eine Rückkehr zu dem Artikel Gardners und anderer deckt Beweise auf, die gegen Wilbers Modell laufen.

Ich werde Gardners Artikel untersuchen, weil Wilber von dort seine neue Wellen - und Ströme - Terminologie herholt und weil er ihn mehr als andere Quellen benützt in der neuesten Version seiner Entwicklungstheorie in The Eye of Spirit und Integral Psychology. Es ist auf Wilbers allgemeinen Gebrauch von Quellen hinweisend; Quellen, von denen er bei seiner Abstraktionsebene völlig abhängig ist.

Gardner et al beschreiben zuerst vier Entwicklungswellen, die die Jahre von 2 bis 7 umspannen. In Bezug auf Wilbers makroskopisches Modell ist das eine mikroskopische Beschreibung der Entwicklungswellen und Wilber setzt sie innerhalb seines allgemeineren Modells ein. Gardner et al spekulieren dann über den Charakter der Entwicklung jenseits des Alters von 7 und benennen die drei Entwicklungsebenen präkonventionell (2-7 Jahre), konventionell(7-12 Jahre) und post-konventionell (12 Jahre und darüber). Indem Wilber die von ihm geschätzte Kohlbergsche Terminologie betrachtet, fügt er enthusiastisch hinzu: ,,Fügen wir post-postkonventionell hinzu und wir sind in völliger Übereinstimmung!"[20] Der Charakter der von Gardner und anderen beschriebenen Entwicklung ist unterschiedlich zu Wilbers Beschreibung. Gemäß Gardner und anderen wird der Übergang von 7 bis 12 Jahren nicht durch irgendein angeborenes Entwicklungs-Ausfalten verursacht, sondern weil ,,die Planungen der Kultur viel mehr ins Blickfeld geraten."[21] Gardner et al zitieren Alison Lurie, um den Übergang von der präkonventionellen zur konventionellen Stufe zu illustrieren. Sie schreibt: ,,Die Förderung der imaginativen Schöpfung ist stillschweigend durch die Förderung dessen ersetzt worden, das anscheinend begonnen hat, wichtigere Züge darzustellen: gute Manieren, gute Zeichen, gutes Aussehen; sportlicher und sozialer Erfolg; und die Bereitschaft durch Rasenmähen und Babysitten Geld zu verdienen - Züge, von denen man annimmt, dass sie den Erfolg Erwachsener vorhersagen."[22] Zusätzlich fällt der Beginn der konventionellen Stufe mit dem Beginn der Schulzeit zusammen und eine der Hauptaufgaben des Schulsystems ist es, die kreative Imagination der Kinder zu zügeln und sie zu trainieren, in der Lage zu sein, still zu sitzen und über längere Zeitspannen ruhig zu sein, während sie unterrichtet werden über das, was die Gesellschaft meint, dass sie es wissen sollten.

Der Beginn der Adoleszenz sieht den Jugendlichen als Rebellen. Dies eröffnet die postkonventionelle Stufe, in der die/der Heranwachsende versucht, sich selbst von den Konventionen zu befreien, die während der konventionellen Stufe auferlegt wurden. Allerdings ist es eigenartig, dass diese Entwicklungsfolge, die Wilber als Bestätigung für sein Modell benützt, wie Gardner und andere sagen, ,,eine Idealisierung ist und das ganz besonders in seinen Schlussstrichen." Sie sagen dies, weil ,,die meisten Heranwachsenden, wenigstens in unserer Gesellschaft, niemals eine ausreichende Meisterschaft bei den Fertigkeiten, der Kenntnis einer Domäne oder des Selbstbewusstseins erlangen, um in der Lage zu sein, innovative Produkte zu machen."[23] Daher haben wir eine Entwicklungstheorie, die nicht ,,die meisten Heranwachsenden" beschreibt.

Dass man sich auf eine Entwicklungstheorie als eine ,,Idealisierung" bezieht, mag für eine beschreibende Wissenschaft wie die Entwicklungs-Psychologie eigenartig erscheinen, doch das ist es nicht. Entwicklungs - Psychologie, drei sehr bekannte Gelehrte anerkennen die Unterscheidung zwischen ,,den Tatsachen des psychologischen Wachstums" und der Idealisierung genannten,,Entwicklung". Jerome Kagan, beschreibt, indem er sich auf Bernard Kaplan bezieht ,,eine vernünftige und brauchbare Unterscheidung" zwischen ,,den Tatsachen des psychologischen Wachstums, das Kaplan Ontogenese zu nennen wählt und der Folge, die beschreibt, wie Kinder sich dem metaphysischen Ideal nähern, von dem jeder Theoretiker glaubt, dass Kinder dem entgegen wachsen sollten, was sie Entwicklung nennen."[24] Sheldon White pflichtet bei, indem er feststellt: ,,Man sollte Entwicklung als einen idealen Prozess scharf trennen von Ontogenese als einem tatsächlichen."[25] Und Kaplan, der Radikalste von den Dreien, schreibt:,,Entwicklung hält sich nicht direkt versteckt in der(n) untersuchten Population(en), sondern wohnt grundsätzlich in der benützten Perspektive."[26] Deshalb sagen auch Gardner et al: ,,Die symbolischen Wellen sind die Vereinbarung (und Erfindung) eines Psychologen." Der Eindruck, den Wilber gibt, wenn er die Forschung der Entwicklungs-Psychologie benützt, ist dass dies die Wahrheit des individuellen Wachstums ist, wie sie von der psychologischen Wissenschaft bestätigt wurde.

Gardners und der anderen Entwicklungsmodell unterscheidet sich auf weitere Weisen von Wilbers. In Wilbers Modell sind die Grundebenen der einzige Aspekt des Bewusstseins, der sich holarchisch entwickelt. Das bedeutet, dass die Grundebenen anders als die vorübergehenden Strukturen des Bewusstseins alle aktiv bleiben und integriert innerhalb der gegenwärtig dominierenden Bewusstseins-Ebene. Gardners und das der anderen Modell wird als ,,nicht-hierarchisch" beschrieben von den Herausgebern der Zusammenstellung, in der es erscheint. Um die postkonventionelle Stufe zu erreichen und innovative Kreationen Erwachsener zu schaffen, erfordert eine Rückkehr oder ,,eine Rückdrehung" auf die präkonventionelle Stufe. Gardner et al erklären: ,,Der Bahnverlauf der kreativen Entwicklung ist entgegen den meisten anderen Bahnverläufen der Entwicklung nicht linear."[27] Das klingt mehr nach Michael Washburns Modell, das eine notwendige Rückkehr zu früheren Entwicklungsstufen beschreibt, um Wachstum geschehen zu lassen. Im Modell Gardners und der anderen von individueller kreativer Entwicklung gibt es keine Wiederverwendung der kreativen Imagination des Kindes, da wird es keine kreative Innovation bei Erwachsenen geben. Deshalb sagen die Herausgeber von Höhere Stufen der menschlichen Entwicklung : ,,Die Autoren [Gardner et al] erkennen signifikante Unterschiede zwischen kreativer Entwicklung und den Sphären der kognitiven Entwicklung, die von Piaget und Kohlberg studiert wurden." [28]

Gardners und der anderen Wellen haben eine ungewöhnliche Elastizität, die die Vorstellung von Entwicklungs-Ebenen zu neuen Proportionen ausdehnt. Sie behaupten, dass ,,unsere Studien der symbolischen Entwicklung vermuten, dass jede der Wellen ihre eigene Entwicklungs-Geschichte hat."[29] Das bedeutet, dass eine Welle wie die erste, die Geschehens-Strukturierung genannt wird, in der das Kind lernt, wie Geschehnisse in eine logische Folge zu platzieren sind, wie etwa ,,Mama, geht einkaufen" ihre eigene Entwicklungs-Geschichte haben können, die, wie die Autoren sagen ,,so langfristig wie das Leben eines Individuums" sein kann. [30] Thomas Pynchon [berühmter amerikanischer Autor; d.Übs.] ist ein Beispiel für jemanden, dessen Entwicklung der Strukturierung von Geschehnissen durch sein ganzes Leben wuchs und als Ergebnis zu originellen Beiträgen der Erzählkunst führte. Es ist eine interessante Idee und beschreibt wirklich Innovationen wie die von Pynchon, haben jedoch Wellen jetzt nicht die Eigenschaft von Strömen? Die Strukturierung von Geschehnissen, die eine besondere Entwicklungsebene ist, die von der nächsten Welle ersetzt wird, die das topologische oder analoge Kartenzeichnen genannt wird, kann ebenso auf ihrem eigenen Entwicklungsweg weitergehen. In einem Bemühen, die Entwicklungs-Theorie den Tatsachen des psychologischen Wachstums anzugleichen, werden die Theorien noch komplizierter. Wilber konnte sagen, dass diese die Details sind, die auf allen Gebieten des Wissens, die sein Modell umfasst, aufgearbeitet werden müssen, an einem gewissen Punkt beginnen ,,die Tatsachen des psychologischen Wachstums" die Grenzen der Entwicklungs-Modelle aufzubrechen, die entwickelt wurden, um sie zu organisieren.

Weitere Quellen, die Wilber zur Validierung seiner Behauptungen benützt, werden bei der Untersuchung problematisch. In einer kürzlichen Neufassung seines psychologischen Modells[31] verteidigt er die Idee, dass es universelle Bewusstseinsebenen gibt, indem er John Berry et al zitiert, die das Buch Kulturübergreifende Psychologie verfasst haben. Wilber führt das Zitat mit dem Satz ein ,,die bestehende Forschung zusammenfassend" und zitiert dann Berry und andere, die mit seiner Ansicht übereinstimmen, dass kulturelle Unterschiede in der Entwicklung umgürtet seien durch universelle oder Grundstrukturen des Bewusstseins. Das scheint eine starke Bestätigung von Wilbers Ansicht zu sein. Wenn wir jedoch zu dem Buch zurückgehen, aus dem es genommen wurde, erfahren wir, dass Berry und andere ein bestimmtes Rahmenwerk benützen, das ,,sich von früheren von Berry vorgeschlagenen Modellen ableiten lässt, wo es ein ,ökokulturelles Modell' genannt wurde." [32] Sie unterscheiden diesen Ansatz, den sie als universalistisch bezeichnen, von zwei weiteren bei den kulturübergreifenden Studien gegenwärtigen, die der relativistische und der absolutistische genannt werden. Der Relativistische streitet kulturübergreifende Universalien ab und der Absolutistische bestreitet, dass Kultur kaum eine Rolle spielt. ,,Die universalistische Position übernimmt die Arbeitshypothese, dass psychologische Grundprozesse wahrscheinlich allgemeine Bestandteile des menschlichen Lebens allenthalben sind, dass jedoch ihre Manifestationen wahrscheinlich von der Kultur beeinflusst werden.[33] Was Wilber als eine Zusammenfassung der bestehenden Forschung zitiert, ist tatsächlich eine Perspektive in einer laufenden Debatte.

Wilber erweckt den Eindruck, als gäbe es eine breite Übereinstimmung über die Realität von kulturübergreifenden Entwicklungsebenen, wir erfahren jedoch in der Quelle für seine Behauptung, Kulturübergreifende Psychologie, dass ,,der Status des Entwicklungskonzepts ein sehr umstrittenes theoretisches Thema ist."[34]

In einem weiteren Standardtext, der von John Berry und anderen herausgegeben wurde, Das Handbuch der kulturübergreifenden Psychologie werden nicht-entwicklungsbedingte Ansätze zum Vergleich von Kulturen diskutiert. In der Unterdisziplin, bekannt als kulturelle Psychologie finden wir ,,die Zurückweisung einer ,psychischen Einheit der Menschheit'." durch vieles bei der universalistischen Darstellung[35] Michael Cole, einer der führenden Kulturpsychologen, bespricht in seinem Buch Kultur - Psychologie die Arbeit in der kulturübergreifenden Psychologie über Wahrnehmung, Intelligenz und Gedächtnis und schlussfolgert: ,,Angenommen, dass meine Bewertung der drei Beispiele mehr oder weniger Errungenschaften in anderen psychologischen Domänen charakterisiert, dann ist die Randständigkeit der kulturübergreifenden Psychologie gegenüber der Hauptpsychologie nicht schwierig zu verstehen. Ihre wesentlichen Angebote erscheinen bescheiden und die Beweise, auf denen sie basiert, sind suspekt."[36]

Richard Shweder ist ein führender Befürworter der Kulturpsychologie. Aus seiner Perspektive ,,ist die Hauptentdeckung der kulturübergreifenden Psychologie....dass viele Beschreibungen von mentalen Funktionen, die aus der Laborforschung mit westlich erzogenen Bevölkerungen stammen, nicht sehr gut dabei fahren, Bevölkerungen in anderen Kulturen zu unterwerfen. "[37] Dann gibt er eine Anzahl von Gründen an, weshalb ,,in der allgemeinen Psychologie die kulturübergreifende Psychologie einen winzigen Status hat und weshalb ihre Forschungsliteratur dahin tendiert, ignoriert zu werden. Nicht überraschend hat die Entwicklungspsychologie - das Studium von altersbedingten Unterschieden beim Durchführen von psychologischen Tests und Aufgaben - ein ähnliches Schicksal erlitten, und das aus ähnlichen Gründen."[38]

Diese Ansichten von innerhalb und außerhalb der Entwicklungspsychologie stehen in scharfem Gegensatz zu Wilbers vertrauensvollen Erklärung: ,,Nach fast drei Dekaden intensiver kulturübergreifender Forschung ist die Beweislage buchstäblich einhellig: Piagets Stufen bis hoch zur formal-operationalen sind universell und kulturübergreifend."[39] Diese Gelehrten, die außerhalb des Entwicklungsmodells arbeiten, sind ziemlich skeptisch gegenüber den universalistischen kulturübergreifenden Vermutungen, weil ihre Perspektiven jedoch Wilbers Modell nicht unterstützen, werden sie ignoriert.

Wilber muss in der Lage sein, alle wahren Teile der Arbeiten dieser Gelehrten einzubeziehen wegen seiner metaphysischen Vermutung, dass die Welt eins sei, und alle genauen Beschreibungen derselben, weil sie von dieser einen Welt handeln, sollten im Prinzip zu einer großartigen Beschreibung passen. Einige neuere Denkansätze in der Philosophie haben ein unterschiedliches Verständnis dessen angenommen, was wir wissen können. Diese alternativen Denkansätze schlagen vor, dass wir von vielen Welten sprechen können, die nicht auf die eine Welt reduzierbar sind, weil unsere Perspektive teilweise die Erscheinung der Welt beeinflusst. Eine mildere Version dieses Arguments ist, dass es wohl eine einzige Welt geben mag, wir können es jedoch niemals wissen, weil wir nicht unserem temporalen, räumlichen, historischen und linguistischen Eingebettetsein entfliehen können. Der Entwicklungspsychologe Bernard Kaplan hat die starke Version dieses Perspektivismus beschrieben:

Es ist absurd zu erwarten, dass irgendeine Perspektive, außer der von G - D [Gott;d.Übs.] diese unterschiedlichen Arten von Tatsachen nachweisen oder erklären kann, die von unterschiedlichen Theorien entwickelt wurden, als wenn diese ,,Tatsachen" theorie-neutral wären. Eine lebensumspannende Entwicklungs-Psychologie zu konstituieren in Ausdrücken eines Katalogs oder Telefonbuchs aus Tatsachen, die aus jeder Perspektive gesammelt wurden, indem jede Methode benützt wurde und durch Untersuchen der funktionalen Beziehungen zwischen jeder Variablen und jeder weiteren Variablen in nicht nur einem vergeblichen Unterfangen; das ist eine hirnverbrannte.[40]

Mit einem Allerlei an unterschiedenen und widerstreitenden Tatsachen und Theorien konfrontiert, vermutet Wilber, dass sie alle in eine große Synthese integriert werden können. Wenn jedoch ,,was als Tatsachen von denen angesehen wird, die eine Perspektive übernommen haben, jenen die andere Brillen tragen wohl unsichtbar erscheinen mag", so dass ,,unterschiedliche Theorien ,unterschiedliche Tatsachen' ergeben werden", dann kann eine große Theorie von Allem niemals zuwege gebracht werden. Darüber hinaus werden die Befürworter einer behaupteten Synthese Überstunden machen und eine große Menge an kognitiver Dissonanz einsetzen müssen, um nicht die Tatsachen und Theorien zu sehen, die nicht in ihre integrale Umfassung passen.

Wie sollen wir entscheiden, welche metaphysische Annahme wir machen sollen? Ist es eine große Welt oder viele Welten? Schließlich wird es wahrscheinlich unser Temperament sein, das entscheidet, welche Annahme wir übernehmen, es ist jedoch noch möglich, individuelle Versuche bei einer großen Synthese zu testen und zu sehen, ob sie aufrecht zu erhalten sind. Im Gegensatz zu Wilbers Darstellung der grundsätzlichen Zustimmung in der Welt der Entwicklungs-Psychologie bringe ich einige gegensätzliche Quellen hinzu, die ein wesentlich verschiedenes Bild vom Stand der Entwicklungs-Psychologie präsentieren.

Sheldon White, der Havard-Psychologe, studierte Entwicklungs-Psychologen und seine Forschung stellt eine interessante Dichotomie in dem Feld vor. Er fand heraus, dass sich Entwicklungs-Psychologen in zwei Gruppen aufteilen über der Frage darüber ,,was sie alle zusammen tun?"[41] Er benennt die beiden Sichtweisen als diejenige, die die ,,Verunsicherten" und die ,,Paranoiden" enthalten. Ich werde seine Beschreibungen ausführlich zitieren, weil sie ziemlich überraschend und informativ sind. Die Verunsicherten sehen das Feld auf diese Weise:

  1. Die Entwicklungs-Psychologie ist nicht ernstlich vereinheitlicht. Sie ist eine politische Zusammenkunft, kein Feld. Viele Menschen treiben Forschung mit Kindern unter dem Zelt der Entwicklungs-Psychologie, indem sie alles studieren von erweckten Potenzialen bis zu Rumpffamilien aus einer großen Reihe von grundsätzlichen und übernommenen Standpunkten. In den Fachzeitschriften und den Zusammenkünften von Entwicklungs-Psychologen geben sich die Leute vermischte politische und intellektuelle Unterstützung, es ist jedoch ein Fehler, all diese heterogene Aktivität für eine ernsthafte Weise zu halten, um eine übliche intellektuelle Disziplin zu schaffen.
  2. Entwicklungs-Psychologen arbeiten mit den äußeren Zeichen der wissenschaftlichen Analyse, in Wahrheit arbeiten sie jedoch mit dürftigem oder leerem Material. Man kann nicht wirklich Wissenschaft betreiben, bevor man die Wirkungen einiger unabhängiger Variablen erforscht. Die unabhängige Variable der Entwicklungs-Psychologie, Alter, ist leer. Entwicklungs-Psychologen dokumentieren endlos Alterseffekte durch ihre Längsschnitts- und Querschnitts-Darstellungen, jeder Oberstufenschüler kann uns jedoch mitteilen, dass Alter überhaupt nichts bewirkt. Alter ist eine Dimension, in der Dinge geschehen - biologische Variablen, Umweltvariablen. Jene sind die Ursachen. Wenn man sagt, dass dies und jenes beim Alter geschieht, dann sagt man fast gar nichts.
  3. Entwicklungs-Psychologen finden mit monotoner Regelmäßigkeit heraus, dass Kinder mit dem Alter bei allem besser werden. Manchmal scheinen sie Fälle herauszufinden, bei denen das Verhalten von Kindern mit dem Alter schlechter wird, dann untersuchen sie jedoch jene Fälle und - aha! - was die älteren Kinder machen, ist überhaupt besser. Entwicklungs-Entdeckungen sind weitgehend gehaltlos und langweilig.[42]

Die paranoide Ansicht ist fast eine Punkt-für-Punkt-Beschreibung von Wilbers Ansicht von der Entwicklungs-Psychologie und der Wissenschaft im allgemeinen. Selbst die Bedeutung, die Wilber mit der Bezeichnung ,,paranoid" beabsichtigt, ist auf Wilber anwendbar, denn - wie White es sagt - benützt er ,,paranoid nicht in dem Sinn von Jeder-ist-hinter-mir her sondern vielmehr in dem Sinn von Ich-bin-der König-der-Welt."[43] White beschreibt die paranoide Position folgendermaßen:

  1. Die Entwicklungs-Psychologie ist nur vordergründig das Studium der Kinder. Tatsächlich studiert man viele Dinge, die über die Kindheit hinausgehen, deren Natur jedoch veranschaulicht wird durch die Strukturierungen der Altersveränderungen im Verhalten der Kinder.
  2. Der saubere und einzige Weg, sich dem Verhalten anzunähern, ist durch das Studium der Entwicklung.
  3. Zeitreihen-Phänomene in der Evolution, organisatorische Veränderung, Geschichte, Geologie, Kulturpraktiken, die Wissenschafts-Geschichte usw zeigen interessante und brauchbare Gemeinschaftsgefühle. Zur gleichen Zeit mögen Psychopathologie, Neuropathologie, sozialer Verfall und andere Formen von menschlicher Unordnung brauchbar als Rückfall in universelle menschliche holistische Wachstumsmuster interpretiert werden.
  4. Das Studium der Entwicklungs-Psychologie bringt Werte hervor. Das bringt uns vom Ist zum Sollte.[44]

Die Zungenfertigkeit in Whites Zusammenfassungen mag fälschlich für einen Mangel an Ernsthaftigkeit und Gültigkeit gehalten werden, er zitiert jedoch die fünf von ihm durchgeführten Studien, die die Beweise für seine Formulierungen verschaffen. White bemerkt ebenso, dass die paranoide Sichtweise, die die von Wilber beschreibt, die ,,Minderheits-"Ansicht im Feld ist. [45]

Eine Evaluation

Nachdem ich die Beweismittel hinter Wilbers Synthese untersucht habe, werde ich nun das Modell selbst untersuchen. Ungleich zu meinen Meinungen über Wilbers gesamtes Modell, die entschieden kritisch sind, ist meine Sichtweise seiner neuesten Bewusstseinstheorie gemischter Natur. Einerseits behält Wilber die universellen Entwicklungsebenen bei, die sich in einer progressiven, kumulativen Entwicklungsfolge entfalten. Andererseits hat er sein Modell geöffnet, hat seine rigide Linearität aufgelockert und hat zugelassen, dass es nützlicher deskriptiv ist. Die letztere Einwirkung hat zu einem weniger ziel-gerichteten Modell geführt. Die Spannung entsteht, weil diese Bewegung auf ein weniger ziel-gerichtetes Modell mit seinem Wunsch in Konflikt gerät zu zeigen, dass es eine Richtung in der Entwicklung gibt und einen Weg, die Fortschritts-Ebenen einzuordnen. In Wilbers Terminologie sind die hierarchischen Elemente, in denen ,,Herrschaft oder Steuerung durch einen Satz an Prioritäten festgesetzt sind, die jene Dinge etablieren, die wichtiger sind und jene, die geringer sind" in Spannung mit den gegen-hierarchischen Elementen, in denen ,,Herrschaft und Steuerung durch ein pluralistisches und egalitäres Zusammenspiel aller Parteien etabliert sind"[46] Indem er diese beiden Elemente ins Gleichgewicht gebracht hat, hat er sein Modell verbessert und die eingeschlossenen Spannungen innerhalb hervorgehoben.

Spannungen erscheinen bei Wilbers Versuch, die hierarchischen und gegen-hierarchischen Elemente seiner Bewusstseins-Theorie zu beschreiben. Der Ton, in dem er versucht, die sich unterscheidenden Teile des Bewusstseins zu beschreiben, demonstriert den Grad, in dem er versucht, die Kritik zu erschüttern, dass sein Modell eine rigide, lineare Stufenleiter der Entwicklung ist: ,,Es ist nicht so, als wären diese Ebenen in Stein gehauen," ,,Das bedeutet nicht, dass alle oder wenigstens die meisten der wichtigen Entwicklungsaspekte hierarchisch sind."[47] Auf der hierarchischen Seite behauptet er: ,,Die gesamte Entwicklung folgt keiner linearen Folge wie auch immer."[48] Und innerhalb der Ebenen ist Gegen-Hierarchie oder das pluralistische Spiel der egalitären Aspekte des Bewusstseins in der Mehrheit, mit den hierarchischen Elementen in der Minderheit. Andererseits wird Hierarchie in der Beziehung zwischen den Ebenen gesehen. Untersucht man zum Beispiel den ästhetischen Entwicklungs-Strom einer Person, sollte man eine hierarchische Ausfaltung von Ebene zu Ebene sehen. Wie vorher erwähnt, pflegt jede Person ihren unverkennbaren Psychografen zu haben, der ihre Entwicklungsebene auf jedem Strom beschreibt. Das ist das Gegenteil der rigiden, leiterähnlichen Struktur, die Wilber dementiert.

Wie kann Wilber jedoch die Gesamtentwicklung beurteilen, wenn ,,eines Menschen gesamte Entwicklung keiner linearen turnusmäßigen Folge wie auch immer folgt?”[49] Er sollte die Gesamtentwicklung beurteilen, weil seine weitere Theorie von Allem ausgerichtet und ziel-gerichtet ist. Diese Anbindung an hierarchische Rangeinordnungen wird gezeigt in den vielen Beurteilungen über die Entwicklungsebenen von Individuen und Gesellschaften, die er abgibt. Er sollte in der Lage sein einzustufen, wer weiter entwickelt ist als ein anderer, wie kann er das jedoch, wenn es keine lineare Folge wie auch immer gibt? Er könnte antworten, dass er das ..Schwerkraftzentrum" der Menschen gefunden hat, wie er es gemacht hat, als er die Entwicklungsebene einer Gesellschaft veranschlagt hat. Aber wie sollte das laufen? Welche halb-unabhängigen Ströme werden wichtiger einestuft als andere? Stellen wir uns einen unwissenschaftlichen Psychografen einer ,,primitiven" Person vor. Er oder sie mag künstlerisch sehr hoch fortgeschritten sein, niedrig bei dem Verstehen, hoch gefühlsmäßig eingestimmt, gut entwickelte zwischenmenschliche Fähigkeiten haben, um in der Lage zu sein, in einer eng zusammengefügten Gemeinschaft zu leben, die einen Westler verrückt machen würde, eine moralische Entwicklung mittlerer Ebene gegenüber Außenstehenden und eine hohe spirituelle Verwirklichung haben. Wie kann man all jene mitteln, um die Fortschrittsebene in Bezug zu einer modernen Person zu bestimmen?

Das Einordnen von Individuen als mehr oder weniger fortgeschritten erfordert ein Wertesystem. Wilber behauptet, dass dieses Wertesystem sich aus den Entwicklungsmustern ergibt, die wir in den physikalischen, biologischen, humanen und spirituellen Wissenschaften sehen. Dies ist ein Trugschluss, weil Entwicklungs-Psychologie im wesentlichen wertbeladen ist. Entwicklung ist nicht etwas, was bloß vom Leben abgelesen wird, das entweder mit der Weise übereinstimmt, wie die Dinge sind oder nicht. Wilber schreibt, als wäre es so. (,,Ich werde die Geschichte [des Kosmos] erzählen, als wäre sie einfach so."[50] Er deutet darüber hinaus an, dass es die wissenschaftliche Rückendeckung hinter dieser Landkarte ist, die es ihm gestattet, halbobjektive Werte abzuleiten: ,,Wir sind jetzt in einer Position, Tatsachen und Werte in einer sanfteren Umfassung neu anzuordnen, mit der Wissenschaft auf unserer Seite und nicht gegen uns."[51] Die Wissenschaft beschafft das ,,einfache, aber handfeste" Wissen, das wir brauchen, um zu erfahren, wie der Kosmos funktioniert. Dennoch anerkennen zwei wissenschaftliche Quellen, auf die sich Wilber bezieht, den konstruierten und wertbeladenen Charakter der Entwicklungs-Modelle. Die Herausgeber von Höhere Stufen der menschlichen Entwicklung sagen auf der ersten Seite des Buches: ,,Die Konzeption einer Person vom Endpunkt der Entwicklung ist fundamental, denn sie enthält ihre/seine Vermutungen über die Richtung, die Möglichkeiten und die Dynamiken des menschlichen Wachstums. Außerdem werden alle früheren Entwicklungs-Stufen als progressive Annäherungen an dieses Ziel betrachtet.”[52] Deshalb sagen die Mitwirkenden an Lawrence Kohlberg: Konsens und Kontroverse (Modgil & Modgil), dass der Mangel an empirischer Bestätigung von Kohlbergs höheren Stufen der moralischen Entwicklung ein ,,fataler Fehler" ist.[53] Es ist ein fataler Fehler, denn wie kann man beurteilen, ob Subjekte auf niederen Ebenen fortgeschritten oder zurückgegangen sind, ohne die festgesetzte Realität des Endpunkts der Entwicklung?

Die andere Quelle, auf die sich Wilber bezieht, ist Howard Gardner et al. Gardner et al verweisen auf ihr Entwicklungs-Schema als ,,eine Idealisierung und ganz besonders so in seinen Schluss-Strichen." Die ,,Schluss-Striche" verweisen auf die späteren Stufen.

Es gibt einige in der Entwicklungs-Psychologie, die das Feld in Ausdrücken seiner Wertbeladenheit definieren. Bernard Kaplans Definition der Entwicklungs-Psychologie ist:,, Entwicklungs-Psychologie ist eine praktisch-theoretische Disziplin, eine politische Disziplin, befasst mit der Perfektion des Individuums (einschließlich Befreiung oder Freiheit).”[54] Jerome Kagan anerkennt ,,das metaphysische Ideal, dem - wie jeder Theoretiker glaubt - Kinder entgegenwachsen sollten", er unterscheidet sich jedoch von Kaplan bei der Bevorzugung Mitgefühl, Pflege und Liebe zu betonen und er sagt: ,,Ein solches Trio von Endzielen legt Verpflichtungen den Kindern und Erwachsenen auf, die ernsthaft die Freiheit einschränken, die Kaplan wertschätzt."[55] Während Sheldon White sagt: ,, Entwicklungs-Psychologie kann in Begriffen definiert werden, wie selbsternannte oder offiziell heilig-gesprochene Entwicklungs-Psychologen es tun. .”[56] Deshalb sagen Gardner et al : ,,Die symbolischen Wellen sind die Konvention (und Erfindung) eines Psychologen." Diese Perspektiven von berühmten Entwicklungs-Psychologen unterminieren den Eindruck, den Wilber hervorbringt, dass das entwicklungsmäßige Ausfalten, dass die Psychologie beschreibt, eine universelle Wahrheit über die Menschen beschreibt.

Abhängig von dem gewählten Endpunkt der Entwicklung werden die Verhaltensweisen, die zu diesem Endpunkt hinführen, als natürlich, gesund oder normal eingeschätzt und jene, die nicht dahin führen, werden als unnatürlich, zurückgeblieben oder pathologisch eingeschätzt. Deshalb ist die Idee der Entwicklung eine ,,Idealisierung". Progressivität und Regressivität sind solche, nicht weil sie im eigenen Muster der Natur wohnen, sondern weil sie dem Standard gerecht werden oder auch nicht, der im Endpunkt enthalten ist. Das sehen wir in einem von Wilbers Wachstums-Beispielen: die Entwicklung einer Eichel zu einer Eiche. Es ist ist gewiss ein natürlicher Wachstumsprozess. Werden jedoch alle Eicheln voll ausgewachsene Eichen? Nein. Ist es irgendwie unnatürlich, wenn sie das nicht tun? Nein. Es ist tatsächlich ein wesentlicher Teil des natürlichen Wachstums-Prozesses, dass die meisten Eicheln nicht wachsen und sich zu Eichenbäumen entwickeln; ansonsten wäre der Wald zu sehr belegt, um überhaupt Eichen zu unterstützen. Wenn die Eicheln, die keine Eichen werden, die Setzlinge, die es nie zu ausgewachsenen Eichen schaffen und der Verfall und Tod, die das Schicksal aller Bäume sind, genauso natürlich sind wie der Entwicklungs-Prozess von Eichel zu Eiche, warum konzentriert Wilber so viel Aufmerksamkeit auf das Wachsen einer Eichel zur Eiche? Es ist nicht deswegen, weil das Wachsen einer Eichel zu einer Eiche ein Beispiel für den Prozess der Natur ist, das uns zeigt, welcher Prozess im allgemeinen wertzuschätzen ist; für Menschen ist es die voll ausgebildete Eiche, die wertvoll ist. Sie gibt uns Schatten, Schönheit und Holz, daher tendieren wir danach, daran interessiert zu sein. Es ist jedoch nicht natürlicher für einen Baum zu wachsen als für einen Baum nicht zu wachsen; oder für einen Wald, vom Blitz ausgemerzt zu werden. Wilbers Interesse an einer besonderen Weise von optimaler Entwicklung veranlasst ihn, von der Natur eine Weise des Verständnisses ihrer Muster herauszunehmen und sie dann als die Weise der Natur zu erheben. Man vergleiche bloß das äußerst natürliche Muster von Geburt, Wachstum, Verfall und Tod, das selten, wenn nicht niemals, in Wilbers Werk in Erscheinung tritt. Er zieht ständig von der Natur ein Bild des Lebens heraus, das immer nach oben und voran geht, und er versucht, es als etwas für gültig zu erklären, als wäre es die eigene Tendenz der Natur. Alle Muster der Natur sind jedoch die Tendenz der Natur, ob man sie mit Wachstum, Progression, Regression, Krankheit oder Gesundheit betitelt. Diese Bezeichnungen reflektieren nicht die Natur, sondern unsere allzu menschlichen Interessen. Wilber zeigt uns nicht, wie wir wirklich leben und wachsen; er bildet stattdessen eine Weise ab, wie wir auswählen können, Leben und Wachstum anzusehen.

Überzeugend erstellte alternative Modelle verschaffen eine alternative Sicht des Lebens und befähigen uns, Wilbers Entwicklungs-Modell als eines unter vielen zu sehen, das sowohl positive als auch negative Eigenschaften hat. Michael Washburns zirkuläres Modell des transpersonalen Wachstums, zu dem wir als zu einer verlorenen Quelle zurückkehren und es zum ersten Mal sehen, hat mehr vom Charakter der Geburts-, Wachstums-, Todes- und der Wiedergeburts-Vision.[57]

Wilbers Modell ist stark entwicklungsgemäß, weil er eine starke Idee davon hat, wohin die Menschheit gehen sollte. Deshalb schreibt Bernard Kaplan: ,, Entwicklung lauert nicht direkt in der(n) untersuchten Population(en), sondern wohnt grundsätzlich in der benützten Perspektive.”[58] Er präsentiert sein Modell der Entwicklung, als wäre es etwas, was die Wissenschaft entdeckt hätte und daher eine Reflektion des Seienden wäre, alle Entwicklungs-Modelle sind jedoch wertbeladen und daher erzählen sie uns verschiedene Weisen, die Menschen entwickeln, abhängig vom Glauben des Psychologen, wie sich Menschen entwickeln sollten.

Referenzen

[1] Diese überraschende Bemerkung kann gefunden werden in der Einleitung zur zweiten Ausgabe von SES auf Seite xvii und in Integrale Psychologie (Boston: Shambhala Publications, 2000), p. 17.

[2] SES, p. 211.

[3] SES, p. 215.

[4] Wilber, Eye to Eye, (Garden City, New York: Anchor Books, 1983), p. 272.

[5] Wilber, Eye to Eye, p. 273.

[6] Wilber, Integral Psychology, p. 34.

[7] Wilber, Integral Psychology, p. 35.

[8] Wilber, Integral Psychology, p. 100.

[9] SES, 2nd edition, revised introduction, p. xv.

[10] Wilber, “Waves, Streams, States, and Self,” Journal of Consciousness Studies, Vol. 7, No. 11-12, November-December 2000, sec.1, p.4.

[11] Siegler, Robert S., Emerging Minds, (New York: Oxford University Press, 1996), pp. 10 and 11.

[12] Siegler, Emerging Minds, p. 20.

[13] Chandler, Michael and Chapman, Michael, eds., Criteria for Competence, (Hillsdale, N.J.: L. Erlbaum Associates, 1991), p. viii.

[14] Gopnik, Alison and Meltzoff, Andrew, Words, Thoughts and Theories, (Cambridge, Mass.: MIT Press, 1997), p.49.

[15] Gopnik and Meltzoff, Words, Thoughts and Theories, p. 2.

[16] Wilber, Integral Psychology, p.81. Wilber fügt in einer Fußnote (S.234 Nr.12) hinzu: ,,Kohlbergs Stufe sechs ist eine ideale Grenze und nicht eine aktuelle Stufe."

[17] Rest, James, et al, Postconventional Moral Thinking, (Mahwah, NJ: L. Erlbaum Associates, 1999), p. 1.

[18] Rest, Postconventional Moral Thinking, p. vii.

[19] Rest, Postconventional Moral Thinking, p. 22.

[20] Wilber, Integral Psychology, p. 218.

[21] Alexander, Charles N. and Langer, Ellen J., eds., Higher Stages of Human Development, (Oxford: Oxford University Press, 1990), p. 89.

[22] Alexander and Langer, Higher Stages of Human Development, p. 89.

[23] Alexander and Langer, Higher Stages of Human Development, p. 92.

[24] Lerner, Richard M., ed., Developmental Psychology, (Hillsdale, N.J.: L. Erlbaum Associates, 1983), p.232.

[25] Lerner, Developmental Psychology, p. 237.

[26] Lerner, Developmental Psychology, p. 196.

[27] Alexander and Langer, Higher Stages of Human Development, p. 91.

[28] Alexander and Langer, Higher Stages of Human Development, p. 13.

[29] Alexander and Langer, Higher Stages of Human Development, p. 95.

[30] Alexander and Langer, Higher Stages of Human Development, p. 95.

[31] Wilber, “Waves, Streams, States, and Self.”

[32] Berry, John W., et al, Cross-Cultural Psychology, (Cambridge: Cambridge University Press, 1992), p.11.

[33] Berry, Cross-Cultural Psychology, p. 258.

[34] Berry, Cross-Cultural Psychology, p. 236.

[35] Berry, John W., et al, Handbook of Cross-Cultural Psychology, (Boston: Allyn and Bacon, 1997), pp. 353-354.

[36] Cole, Michael, Cultural Psychology, (Cambridge, Mass.: Belknap Press of Harvard University Press, 1996), p.68.

[37] Shweder, Richard A., Thinking Through Cultures, (Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 1991), p. 84.

[38] Shweder, Thinking Through Cultures, p. 86.

[39] Wilber, SES, 2nd revised edition, p. xv.

[40] Lerner, Developmental Psychology, p. 197.

[41] Lerner, Developmental Psychology, p. 235.

[42] Lerner, Developmental Psychology, pp. 235-236.

[43] Lerner, Developmental Psychology, p. 236.

[44] Lerner, Developmental Psychology, pp. 236-237.

[45] Lerner, Developmental Psychology, p. 235.

[46] Wilber, SES, p. 16.

[47] Wilber, Integral Psychology, p. 30, 31.

[48] Wilber, Integral Psychology, p. 30.

[49] Wilber, SES, 2nd revised edition, p. xvii.

[50] Wilber, SES, p. ix-x.

[51] Wilber, SES, p. 31.

[52] Alexander, Charles N. and Langer, Ellen J., Higher Stages of Human Development, p. 3.

[53] Rest, James, et al, Postconventional Moral Thinking, p. 22.

[54] Lerner, Richard M., ed., Developmental Psychology, p. 188.

[55] Lerner, Richard M., ed., Developmental Psychology, p. 232.

[56] Lerner, Richard M., ed., Developmental Psychology, p. 233.

[57] Washburn, Michael, The Ego and Dynamic Ground, (Albany: SUNY Press, 1988).

[58] Lerner, Richard M., ed., Developmental Psychology, p. 196.



© Jeff Meyerhoff 2006

Übersetzt von Hans-Peter Lin